Kategorie: ab 1,5 bis 2 Jahre

Der bunte Bauernhof

Nastja Holtfreter
Der bunte Bauernhof
Verlag Magellan

Endlich mal wieder ein Buch für die ganz Kleinen. Das Pappbilderbuch „Der bunte Bauernhof“ ist Teil einer ganzen Buch-Reihe beim Magellan Verlag, die allesamt von der Illustratorin Nastja Holtfreter stammen.
Es gibt sie zu verschiedenen Themen wie „Die bunte Wiese“, „das bunte Meer“, „Die bunte Baustelle“, „die bunten Berge“, „der bunte Wald“ und „der bunte Bauernhof“.

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In bunten Illustrationen finden sich auf jeder Seite Tiere oder Gegenstände zum jeweiligen Thema des Buches. Verbunden mit einer kleinen Aufgabe „Welches Küken gehört nicht zum Huhn?“ oder „Ein Schwein schaut in die andere Richtung.“ sind die Kinder (und je nach Alter deren Eltern…) aufgefordert das Bild genau zu betrachten und zu entdecken. Holtfreter versteht es sehr gut, die Kleinen abzuholen. Zu sehen welches Tier aus der Reihe tanzt ist kurzweilig und unterhaltsam. Und für die Eltern kann es von Vorteil sein, eine bestimmte Aufgabe nennen zu können, wenn die Kinder mal wieder „wieso, weshalb, warum“ fragen… ihr wisst bestimmt, was ich meine.

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In schlichter grafischer Sprache gehalten, ist den Illustrationen ein wunderbarer Charme eigen. Alle Tiere sind sehr sympathisch pausbäckig und kindgerecht. Die Farben sind bunt, aber nicht schrill. Die „Unterschiede“, die nach den Fragen zu finden sind, sind meist sehr witzig umgesetzt.
Die Typo ist ebenso schlicht und spielerisch zugleich. Einzig die Papierqualität überzeugt mich nicht ganz, die Kanten sind etwas schnell abgestoßen.

Besonders schön an den „bunten“ Bücher finde ich, dass sie auch Teil der „natürlich magellan“ Serie sind. Diese Bücher sind hergestellt in Deutschland, gedruckt auf FSC-Papier mit Farben auf Pflanzenölbasis, mit lösungsmittelfreiem Klebstoff und Lacken auf Wasserbasis. Mehr Umweltbewusstsein im Produktionsablauf geht fast nicht.

Heute bin ich wild und böse

Jutta Richter / Annette Swoboda
Heute bin ich wild und böse
Verlag Coppenrath

Das Lächeln des kleinen Kindes auf dem Cover kennen alle Rabaukeneltern.
Verschmitzt, um es mal nett zu sagen. Ausgerüstet mit diesem Lächeln und einem Kater als „partner in crime“, stampft es durch das Buch: ein kleines Kind im Löwenkostüm, und lässt seiner ganzen Wildheit freien Lauf. Getragen von den wirklich schönen Versen von Jutta Richter, rumpelt man gemeinsam mit dem Kleinen durch einen Tag voller Unfug und Polterei.

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„Heute bin ich wild und böse,
bin ein Wolf im grauen Fell,
bin ein Drache, bin ein Löwe,
und ich beiße und ich bell!“

Bis dann am Abend die Müdigkeit und Erschöpfung dem Ganzen ein Ende setzt. Ausgetobt und glücklich kuschelt sich das Kind schließlich mit dem Kater zusammen auf einen Polster.

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Während die Farben sehr ruhig und gedämpft gehalten sind, fängt der akzentuierte und wilde Strich der Illustrationen die Stimmung des Gedichts wirklich gut ein. Ein Gedicht in dem sich so manches Kind bestimmt wiederfindet und das Gefühl solcher Tage wirklich gut beschreibt. Bemerkenswert außerdem, dass aus den Illustrationen nicht eindeutig hervorgeht, ob der kleine Wildfang ein Junge oder ein Mädchen ist.

Streckenweise erinnerte das Buch an die „wilden Kerle“ von Maurice Sendak, („Wo die wilden Kerle wohnen“) kommt aber einfach direkter und in mancher Augen vielleicht kinderfreundlicher daher.

Ein Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren. So als kleine Aufheiterung zwischendurch aber auch noch für ältere Kinder geeignet.

Ich freue mich sehr, dass diese Rezension auch bei dem Onlinemagazin Salon Mama publiziert wird, für das ich ab jetzt auch als Autorin tätig bin.

Das ist meine Welt

Sarah Dyer
Das ist meine Welt
Verlag Ars Edition

Schade, wenn man sich erst auf die Suche des Namens der Illustratorin machen muss (der Verlag erwähnt diesen nur auf der Rückseite des Buches). Diese war für mich nämlich der Grund das Buch zu kaufen.
Bücher über allererste Wörter und Bilder gibt es ja einige, ja viele. Aber auch da tun sich manche besonders hervor. Neben „Tausend Sachen“, dass ich bereits in der Gruppe (bei Facebook) rezensiert habe, seiner Veröffentlichung am Blog allerdings noch harrt, ist dieses hier wieder eines davon.
Das Pappbilderbuch umfasst viele Dinge des Alltags, eingeteilt in sehr interessante Kategorien wie „Das ist groß (Wal, Berg, etc.) und „Das ist klein“ (Biene, Legostein etc.), oder „Das können wir“ (anziehen, springen, flüstern, etc.) und „Das gibt es in der Natur“ (Jahreszeiten, Regenbogen, etc.). Dadurch kommt eine wirklich große und ungewöhnliche Bandbreite an Wörtern und Begriffen zusammen.

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Die Illustrationen sind herzig und bestechen durch ihren eigenen Stil. Sie sind nicht zu schlicht oder abstrahiert, begnügen sich aber damit das Wesentliche einzufangen und nicht mit extra viel Schnickschnack zu verwirren. Warum alles anhand von Bären gezeigt wird und kein einziger Mensch im Buch vorkommt, darüber mag sich dann jeder seine eigene Meinung bilden… also wer anatomische Begrifflichkeiten auch gern abgedeckt hätte, findet die hier nicht. Bringt aber definitiv Bonuspunkte im Niedlichkeitsfaktor.

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Die Kombi aus Schrift und Illustrationen finde ich gelungen. Dass hier auf eine Handschrift zurückgegriffen wurde und eben nicht auf eine Serif oder andere passt einfach.

Laut Verlag ab 18 Monate, motivierte Eltern dürfens sicher auch früher kaufen.

Der Baum der Jahreszeiten

Britta Teckentrup
Der Baum der Jahreszeiten
Ars Edition

Ich verschenke gerne Kinderbücher. Natürlich auch zu Weihnachten. Das hier war eines davon.
Star des Buches: ein Baum. Der Titel verrät eh fast alles…
Beginnend im Winter wird über 32 Seiten der Verlauf der Jahreszeiten rund um einen Baum gezeigt – ohne zu langweilen! Einfache, eingängige Reime, die sich schön rhythmisch lesen lassen und bestimmt schnell vom Kind mitgesprochen werden.

Die Eule sitzt im Baum und sieht, was im Wald rundum geschieht.
Der letzte Schnee ist fast verschwunden, es strecken sich die Sonnenstunden.

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Wirklich überzeugt haben mich dann aber die Illustrationen. Tiere und Natur in recht schlichter Formensprache, sehr farbenfroh und intensiv. Nicht verkitscht, nicht überkünstelt, einfach hübsch. Ein Highlight für die Kinder: auf jeder Seite gibt es Gucklöcher, die das Treiben der Tiere bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, auf dem Baum und in den Ästen zeigen.

Wer ein Buch über die Jahreszeiten, abseits von den etlichen Wimmelbüchern sucht wird endlich fündig.
Da es kein Pappbilderbuch ist würde ich sagen, gehts zum alleine anschauen wahrscheinlich erst ab 4 Jahre. Zum gemeinsamen Lesen, sicher aber schon ab 2.

Kleine Eule ganz allein

Chris Haughton
Kleine Eule ganz allein
Sauerländer Verlag

Die kleine Eule fällt im Schlaf aus dem Nest und findet sich auf dem Waldboden wieder. Das Eichhörnchen will helfen. „Ich hab mich verfranzt“ sagt die kleine Eule „Wo ist meine Mami?“ … Kein Problem für das Eichhörnchen, das glaubt nach der Beschreibung der kleinen Eule die Mami zu kennen … aber so präzise wie die Beschreibungen kleiner Kinder oft sind …“sehr groß“, „hochstehende Ohren“ … bedarf es einiger Anläufe, bis die richtige Mami gefunden ist.

Der Illustrationsstil ist hübsch und modern aber nicht unbedingt gefällig, grafisch ist es gut gemacht. Die Geschichte ist witzig und sehr nett erzählt. Sowohl sprachlich wie auch bildlich ist es gelungen in schlichter aber schöner Weise eine süße Geschichte zu erzählen – mit Happy End… Ich würde sagen ab 2 Jahre geht das schon. Das Format des Papp-Bilderbuches ist außerdem vorlesefreundlich klein und kompakt.