Lucky!

Jenny Offill / Chris Appelhans
Lucky!
Aladin Verlag

Die Haustier-Diskussion. Hattet ihr schon? Nein? Kommt noch. Mit Sicherheit.

Das Mädchen aus dem Bilderbuch „Lucky!“ wünscht sich genau das, ein Haustier. Die Mutter ist dagegen: weder Hase, noch Vogel, noch Seehund. Das Mädchen aber gibt nicht auf und wünscht es sich von ihrer Mutter, tagein, tagaus, einen ganzen Monat lang. Schließlich gibt ihre Mutter nach:

„Du kannst jedes Tier der Welt haben, solange es nicht ausgeführt, gebadet oder gefüttert werden muss.“

Was in elterlichen Ohren bombensicher klingt, ist für Kinder meist kein Hindernis. In der Schulbibliothek wird das Mädchen schließlich fündig: das Faultier erfüllt alle Kriterien.
Das Tier wird per Kurier geliefert, versprochen ist schließlich versprochen.
Es erhält den Namen „Lucky“ und darf auf einem Baum im Garten wohnen. Das Mädchen ist glücklich. Es hat nun ein Haustier. Und Lucky? Nun ja, der schläft. Und schläft. Und schläft. Zwei Tage lang.

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Als er endlich aufwacht spielen die beiden: Verstecken, Kung-Fu Kämpfer und ein Spiel in dem Lucky unschlagbar ist – Denkmäler. Erst Mary, ein Mädchen aus der Schule beendet das Glück, indem sie sagt, ein Faultier sei gar kein Haustier, weil es gar keine Tricks kann, sondern nur schläft. Das wurmt das Mädchen so sehr, dass es beschließt eine Vorstellung zu geben und Lucky ein paar Tricks beizubringen. Der ist allerdings so tiefenentspannt, dass vom Training bis zu der Vorstellung selbst alles nicht so richtig läuft. Eigentlich sitzt er die ganze Zeit nur da.
Das schöne an der Geschichte ist, dass das Mädchen ihm das letztendlich nicht krumm nimmt. Obwohl er kein Haustier ist, in der Definition anderer ist das Mädchen schlußendlich glücklich.

„Du bist goldrichtig, Lucky“ sagte ich. Und das war er – ganz, ganz lange.

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Die Geschichte des Buches find ich wundervoll. Das Mädchen ist ein herrlich skurriler und nerdiger Zeitgenosse. Das Faultier als Charakter legt den Grundstein für die ganze Geschichte: total entschleunigt. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, kein großes Finale, keine aufregende Wendung. Die Illustrationen sind originell und fangen die Story perfekt ein. Das schlaksige Mädchen und das zottelige Wesen geben ein herrliches Paar ab. Ein wunderbares Buch über Genügsamkeit, Achtsamkeit und Entschleunigung und über eine leise, unaufgeregte Freundschaft, abseits der Norm.

Ab 4 Jahre geht es bestimmt schon.

Und falls der Wunsch nach einem Faultier als Haustier nach dem Lesen des Buches übermächtig wird, gibt es einige sehr sympathische Exemplare in der noch viel pflegeleichteren Stofftiervariante zb. von Wild Republic oder Leosco. (gesehen bei Amazon)

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