Niemals wilde Katzen kitzeln

Niemals wilde Katzen kitzeln

…. eine Kategorie kehrt zurück sozusagen: Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß um meine Leidenschaft für Kinderbücher (viele Rezensionen findet ihr im Archiv). Auch viele Bekannte wissen darum und so werde ich in letzter Zeit oft gefragt nach „anderen“ Kinderbüchern. Ich hab mich auch selber daran gestört, dass es scheinbar so wenige Kinder- und Jugendbücher gibt, bei denen die Hauptrolle eine weibliche ist und obendrein keine Prinzessin oder Fee oder glückliche Hausfrauenmaus. Wenn man sich aber wirklich aktiv mit dem Thema auseinandersetzt, dann findet man sie… ich hab sie für euch gefunden und will sie euch natürlich nicht vorenthalten:
Meine Favoriten mit Sheroes, Mädchengangs, Abenteurerinnen und Mädchen, die in der Nase bohren. 

Ich beginne mit dem einem Beitrag aus dem Archiv, der eure Aufmerksamkeit verdient.

Pamela Butchart / Marc Boutavant
Niemals wilde Katzen kitzeln
Reprodukt Verlag

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Die Line ist eine, die kann nicht sitzenbleiben. Eine ZappelLINE. Immer am hampeln, immer am werkeln, immer am plappern. So einen kleinen Springinsfeld hab ich auch daheim, daher hat es mich wohl sofort angesprochen. Das Buch bleibt nichts schuldig, finde ich. In ansprechenden Alliterationsreimen turnt sich die kleine Troublemakerin Line durchs Buch, begleitet von den Ermahnungen der Erwachsenen, was sie nicht alles bleiben lassen sollte. Und wie das halt so ist, wenn man etwas nicht tun darf… gipfelt Lines Geschichte (weil: “Niemals wilde Katzen kitzeln“) in den Folgen einer Wildekatzenkitzelung beim Schulausflug in den Zoo. Ein heilloses Durcheinander, dessen Auflösung letztendlich Line selber herbeiruft, völlig überwältigt von dem Chaos, das ausbricht, wenn alle zippeln und zappeln, trippeln und trappeln und so weiter.

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Marc Boutavants Illustrationen haben einen leichten Fifties-Touch, der mir ohnehin immer gefällt. Sie sind schlicht gehalten. Mit leichtem Strich schafft er Stimmung und Bewegung ohne Farb- und Ausdrucksexplosionen nötig zu haben. Ein recht eigener Stil finde ich, den man auch sofort erkennt, wenn man ein Buch von ihm in Händen hält. (Meine Tochter meinte gleich, „Mama, schau das ist Mouk“). Auch die Typo integriert sich – handschriftlich – schön ins Buch.

Etwas muss ich außerdem hervorheben, weil es ein Detail ist, das ich immer ganz besonders an Kinderbüchern schätze: Liebevoll gemachte Einstiegsseiten und Vorsatzpapiere. Mein erster Blick bei Kinderbüchern (und anderen auch) gilt eigentlich nach dem Einband immer dem Vorsatz (das Papier, das die Buchdeckel mit den Innenseiten verbindet). Ist der Vorsatz liebevoll gestaltet, ist es meist der Rest auch. Achtet mal darauf.
Ein Detail mit dem mich, wird daran gedacht, jeder Illustrator bzw. Verlag gleich kriegt.
Bei Boutavant findet sich Beides äußerst liebevoll gemacht.

So hat zum Beispiel „Niemals wilde Katzen kitzeln“ nach dem Vorsatz noch eine sehr hübsche Extraillustration zum Einstig in die Geschichte, so hübsch gedacht, als wäre es beinahe ein alternatives Coverbild.

Zum Vorlesen geht das Buch sicher schon ab 3 Jahren, meine Tochter mit fast 6 Jahren findets auch immer noch lustig. Durch die schöne Alliterationsform der Reime, vielleicht auch als Buch für Erstleser interessant und aufgrund der lustigen Geschichte auch unterhaltsam.

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