Von einem mutigen Hasen, der heimlich auszog, die Welt zu entdecken und das Fürchten zu lernen

Alexandre Chardin / Mylène Rigaudie
Von einem mutigen Hasen, der heimlich auszog,
die Welt zu entdecken und das Fürchten zu lernen
Bohem Verlag

Ich schenke wirklich gerne Kinderbücher zu Anlässen (und noch viel lieber einfach so). Zu Ostern gibt’s auch wieder Bücher … und Hasen … am besten also gleich Hasen in Büchern, oder?

Schon der Titel bietet alles, was mein Kind an einer Geschichte liebt.
Der kleine Filou (franz. für „Lauser“) liebt die Abenteuergeschichten, die seine Mutter abends erzählt. Und weil die Geschichten ihm derart imponieren, will er es selbst erleben das große Abenteuer, die Furcht, den Schrecken und ein echter Held sein. Die Tiere im beschaulichen Wäldchen warnen vor der Reise, den schrecklichen Gefahren… erst der Bach, der Fluß, der Strom, der da mündet im Meer, das alles bietet was der gesunde Kleintierverstand meidet: Unbekanntes, Ungeheuer, Pottwal! Filou baut ein Floß und macht sich auf. Doch kein Wal, kein Monster, nichts von alledem wovor all die Tiere ihn gewarnt hatten. Nach langem, dann am Horizont: ein Riesenungetüm. Dem Kampf gegen Windmühlen gleich, stellt sich Filou der nahenden Gefahr eines Dampfers, zückt sein Schwert, kennt keine Furcht! …

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Gerade noch rechtzeitig vor einem Aufprall taucht ein Pottwal auf und nimmt das Floß auf seinen Rücken, Filou ist entsetzt – war er doch gerade dabei ein Held zu werden.

„Nun sprach der Wal: “Ich muss gesteh’n,
ich hab das Chaos kommen seh’n.
Sah keine Chance für Crew und Schiff,
weil jeder deiner Schläge trifft.
Nun, edler Ritter, großer Held,
zeig mir den Weg in deine Welt.“

Mit stolz geschwellter Brust, weist der kleine Hase den Weg nachhause, schläft schon bald auf dem Rücken des Wales ein, der ihn wohlbehalten seiner Familie zurückbringt.
Letztendlich eine Geschichte über Mut, der sich bezahlt macht.

„Denn hätt’ Filou sofort verzagt,
das Abenteuer nie gewagt,
so hätt’ er keinen Freund, der schwimmt,
denn wer nie wagt, der nie gewinnt!“

Die Illustrationen finde ich sehr gelungen. Der Charakter des kleinen Hasen schön eingefangen und ausgearbeitet. Mal süß, mal verträumt, mal entschlossen.

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Die Monster besonders gruselig, aber durchaus so, wie man sie im naturhistorischen Museum auch treffen könnte. Typografisch tut es sich, abgesehen vom Cover, nicht extra hervor. Zumindest lassen sich Bild und Text gegenseitig genug Platz, finde ich bei Kinderbüchern auch immer gut. In der Umsetzung zeigt der Verlag was er kann: schönes dickes Naturpapier mit angenehmer Haptik und ein nettes Highlight für „Unter-der-Bettdecke-Leser“: das Cover bzw. das Monster am Cover leuchtet im Dunkeln!

Also ein tolles Buch für alle kleinen Angsthasen da draussen, die einen Helden brauchen.
Meine Altersempfehlung: so ab 3 Jahren.

1 Kommentare

  1. Die Illustrationen gefallen mir sehr und gereimt ist es auch – das mag ich.
    Danke für diesen Buchtipp!!
    Liebe Grüße!

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